Digitaler Sehstress? Was ist damit gemeint?

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zeiss-digitaler-sehstress-online-umfrage-2014-05Sie kennen das Bild von jeder Haltestelle: Jede Menge Menschen, die ihren Blick nach unten auf ihr Smartphone fixiert haben. Egal ob im Café oder Biergarten, im Wartezimmer beim Arzt oder zu Hause auf der Couch: Wir sind die Generation „Screen“. Fernseher haben wir schon immer geschaut, auf den PC-Bildschirm schon lange, auf den Tablet-Computer zunehmend. Und jetzt, wo über die Hälfte der Deutschen ein Smartphone besitzt, haben wir die kleinen Bildschirme immer häufiger im Fokus.

Eine aktuelle, repräsentative Umfrage belegt: Mindestens 60- bis 80-mal pro Tag schaut der Deutsche im Durchschnitt auf sein Smartphone. Die Hardcore-User noch viel öfter. Insgesamt verbringen wir mittlerweile zwischen vier und sechs Stunden täglich alleine vor PC, Laptop, Tablet oder Head down mit unserem Smartphone – Fernsehen gar nicht eingerechnet. Und obwohl die Auflösung der Bildschirme immer besser wird, ist klar: Unser Screen-Konsum bleibt nicht ohne Auswirkungen für unsere Augen. Gerade was unsere Lieblingsgeräte betrifft. Denn die Schriften auf Smartphones und Tablets sind – trotz enormer Fortschritte in der Lesbarkeit – nicht immer leicht zu entziffern, der Blickwinkel und der Leseabstand sind näher als beispielweise bei einer Zeitung oder eine Zeitschrift. Die Folge: Unsere Augen müssen sich bei Smartphone und Tablet mehr anstrengen. Was schon ab einem Alter von 30 Jahren Probleme verursachen kann. Denn durch das stetige Hin und Her zwischen Nah- und Fernsicht kann der Nacken verspannen oder der Kopf schmerzen. Wir Optiker nennen das Phänomen „digitalen Sehstress“.

Leiden Sie persönlich schon unter digitalem Sehstress? Das wissen Sie nicht? Dann gehen Sie zum Optiker oder testen Sie Ihre Augen einfach selbst mit Hilfe einer Smartphone-App. Sie steht im AppStore von iTunes und bei Google Play kostenfrei zum Download bereit.

Wenn Sie betroffen sind, was können Sie tun, um dem Augenstress entgegenzuwirken? Smartphone und Tablet abschalten, ist eine Alternative – für manche von uns vielleicht keine ganz realistische. Eine andere Alternative können spezielle Brillengläser sein, die das Auge beim stetigen Wechsel zwischen Nahsicht (auf unsere kleinen Displays) und Fernsicht entlasten. Die sogenannten Digital Brillengläser bieten im Nahbereich, also für den Smartphone-Blick, eine Unterstützung zwischen 0,5 und 1,25 Dioptrien und im Fernbereich die Sehschärfe, die man – wenn man Brillenträger ist – von seiner normalen Brille gewohnt ist. Erste Versuche haben gezeigt, dass die Augen durch die Brillengläser nennenswert entlastet werden können. Denn die neuen Digital Brillengläser unterstützen die Arbeit des Ziliarmuskels im Augeninnern, der verantwortlich für das Scharfstellen des Auges in verschiedene Sehentfernungen ist. Das Ergebnis: ein wesentlich entspannteres Sehen.

Die einfachste Methode, digitalen Sehstress zu vermeiden, aber ist eine zeitweise Digital Screen-Diät: Lassen Sie Ihr Smartphone einfach mal öfter für eine Viertelstunde stecken. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie die neueste What’s App-News 10 Minuten später erreicht. Ihre Augen werden es Ihnen danken.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

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